Rusconi meets Sonic Youth
Nur wenige Rockbands genießen im zeitgenössischen Jazzlager so viel Akzeptanz und Respekt wie Sonic Youth. Anfang der Achtziger gingen sie in New York aus demselben Pool von Musikern hervor wie die Lounge Lizards, die auf den Jazz eine ähnliche Wirkung hatten wie Sonic Youth auf den Rock. Sie änderten unsere Hörgewohnheiten und Klangwahrnehmung wie kaum eine andere Band. Selbst wer noch nie etwas von den vier New Yorkern gehört hat, ist über den alternativen Mainstream von Nirvana, Pavement oder den Smashing Pumpkins von den Errungenschaften der Band infiltriert.
Neben ihren bahnbrechenden Rockalben waren Sonic Youth jedoch auch immer für freie Improvisation und Jazz offen. Als Band oder separat haben die vier Musiker mit Jazzern wie dem New York Art Quartet, Derek Bailey, William Hooker oder Mats Gustafsson gespielt, um nur einige zu nennen. Seltsamerweise sind Sonic Youth jedoch viel seltener von Jazz-Musikern adaptiert worden als beispielsweise ihre Zöglinge Nirvana. Womöglich sind sie in ihrer eigenen Soundwelt zu komplex, um sich ohne weiteres in den Jazz transponieren zu lassen. Doch was nicht ist, kann ja bzw. wird endlich noch werden.
Das Schweizer Trio RUSCONI nähert sich der Mutter aller Noiserock-Bands jetzt aus ungewohnter Perspektive. Es läge nahe, die beiden Gitarren von Sonic Youth in eine Breitseite aus Saxofonen zu übersetzen, um eine ähnliche energetische Grundlage zu schaffen. Doch davon sind Pianist Stefan Rusconi, Bassist Fabian Gisler und Drummer Claudio Strüby weit entfernt. Sie setzen sich mit Sonic Youth im klassischen Format des Piano-Trios auseinander. Was theoretisch undenkbar scheint, funktioniert schon mit dem Opener "Sunday" so gut, das es wundern muss, warum das noch niemand zuvor versucht hat.
Besonders sei noch auf das Cover-Artwork hingewiesen, das von der Schweizer Künstlerin Pipilotti Rist stammt. Die Allrounderin unterhält Kontakte zu Sonic Youth, speziell zu Kim Gordon, und ist auch selbst als Musikerin in der Avantgarde- Band Les Reines Prochaines zugange. Sonic Youth haben auf ihren Plattencovern oft mit bekannten bildenden Künstlern gearbeitet. Erinnert sei nur an Gerhard Richter auf "Daydream Nation" oder Raymond Pettybon auf "Goo". Rists Motiv fängt den Geist der Band-Optik und die Intentionen verschiedener SY-Cover ein. Entstanden ist so ein Artwork, das sofort die New Yorker Band assoziiert.
Infos unter: www.rusconi-music.com
Ticketkauf und Reservierung im jubez: 0721/93519-3, Mo-Fr., 14-18 Uhr und bei folgenden VVK-Stellen und unter www.ticketonline.com oder www.reservix.de
Die Tickets des ausgefallenen Konzertes vom 24.11.2010 behalten ihre Gültigkeit !!

